Andacht

Und dann – flugs und fröhlich geschlafen…

„Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“

Ja, wenn das immer so einfach wäre wie bei meinen Hunden: Grad noch voller Energie durch den Wald gesaust, können sie im nächsten Augenblick schon total entspannt und ruhig einschlafen. Uns Menschen geht es da oft anders: Sorgen – wie wir sie zur Corona-Zeit haben – holen uns oft gerade beim Schlafen ein : Man kann nicht einschlafen, kann nicht durchschlafen oder wacht viel zu früh auf und grübelt. Kein Wunder, dass Martin Luther in seinem Abendsegen einfach alles -Leib und Seele und einfach alles in Gottes Hände befiehlt. Das ist ein gutes Rezept für diese Zeit, jeden Abend auf´s Neu. Hilft es doch der ganzen Welt nicht, hilft es auch uns nicht, wenn wir auch im Schlaf noch grübeln, wie wir Dinge ändern können, die wir nicht in der Hand haben. In Gottes Hand sind sie viel besser aufgehoben. Er kann ändern. Das kann uns ein Trost sein – und das beste Schlafmittel.

Gebetsglocken

Nie haben mich so viele Glockenaufrufe erreicht wie die letzten Tage: Um 12 Uhr sollen wir die Glocken läuten für den Frieden, um 19.30 Coronaläuten und um 21 Uhr ruft noch der Vatikan. Freilich, Kirchenglocken haben immer schon mal zu besonderen Notsituationen zum Gebet gerufen, aber dieser Flickenteppich von Zeiten und Glocken ist auch verwirrend – fragt mich doch tatsächlich eine Freundin vor ein paar Tagen auf Whatsapp, ob das jetzt schlimm wäre, wenn sie nicht alle Gebetszeiten mitbeten könne und welche jetzt die richtige wäre. Nun ja, Traditionen sind ja auch was wert und so läutet um 19 Uhr ganz traditionell unsere Glocke in Kipfenberg das Abendgebet ein: in Coronazeiten genauso wie zu allen Zeiten – übrigens im trauten Einklang mit den katholischen Glocken von Maria Himmelfahrt und vom Georgskirchlein, das immer einen kleinen Takt später beginnt. Schön finde ich, dass wir miteinander klingen – nicht jeder noch mal zu einer extra Zeit, wie wenn es ein Wettrennen im Gebetsläuten gäbe. Ich finde es auch ausreichend, einmal am Tag – den Anwohnern zuliebe – nicht zu oft und nicht zu lang laut. So bleibt das Abendläuten für mich ein hörbares und würdiges Signal, dass mal wieder ein Tag in Corona -Zeiten geschafft ist, dass Ruhe einkehren darf von Sorgen, von Mühen, die der Alltag derzeit macht, von der Angst, was noch kommen mag. Ein gläubiger Christ muss auch beim Beten und beim Glockenläuten nicht in Hektik verfallen. Wie früher bei der Feldarbeit signalisiert die Abendglocke, dass jetzt gut ist mit Müh und Plag und dass es da einen gibt im Himmel, der schon drüber wachen wird, dass das Leben behütet ist. Ich lade Sie alle ein, zuhaus, wo Sie auch immer sind – 19 Uhr – da läutet Ihre Glocke in Ihrer Kirche – vielleicht möchten Sie mitbeten… Pfarrerin Petra Kringel

Fürchte dich nicht!

Fürchte dich nicht, ich bin mit dir;
weiche nicht, denn ich bin dein Gott!
Ich stärke dich, ich helfe dir auch,
ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.

(Jesaja 41,10)

Ein Blick auf den Turm unserer Christuskirche in Kipfenberg letztes Jahr an Ostern, wo die Sonne das Kreuz aufstrahlen lässt über der weichenden Dunkelheit.

Wir haben einen Gott, der stärker ist als der Tod. Stärker als alles, was uns Angst macht. Er kennt unser Leid, er hat selbst gelitten wie wir. Und dennoch ist er höher als alles, was uns verunsichern kann. Auf ihn können wir trauen. Diese Botschaft für Sie alle, für Euch alle, die ihr zurzeit nicht zusammenkommen könnt zum Gebet. Doch wir Menschen sind flexibel: Wir singen von Balkonen, wir beten auch vor dem Bildschirm, wir telefonieren einander Hoffnung zu – und in Einkaufstüten wird, sorgfältig unter Beachtung des Infektionsschutzes – den Älteren unter uns die Nächstenliebe bereitgestellt. Alles das zeigt: Liebe geht nicht unter, Hoffnung geht nicht unter, Glaube geht nicht unter!

Corona-Pandemie
Bis auf weiteres (Stand: März 2020) finden keine öffentlichen Veranstaltungen, Versammlungen und Gottesdienste statt. Das gleiche gilt für Gruppen und Kreise.